Archiv: Markt Neuhof an der Zenn

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Energiecoaching

Startschuss für das Energiecoaching Plus in Neuhof an der Zenn

Neuhof an der Zenn nimmt am Programm Energiecoaching Plus der Regierung von Mittelfranken teil. Ziel des Coachings ist es, Kommunen auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz und Klimaschutz fachlich zu unterstützen. Oberregierungsrat Joachim Fahsl von der Regierung von Mittelfranken und Energieberaterin Manuela Endres von der Energieagentur Nordbayern GmbH gaben gemeinsam mit Bürgermeisterin Claudia Wust den offiziellen Startschuss vor dem Rathaus in Neuhof.

Das Energiecoaching Plus ist ein kostenfreies Beratungsangebot für Städte, Märkte und Gemeinden in Bayern. Es wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie finanziert und von den Regierungen in Zusammenarbeit mit den regionalen Energieagenturen durchgeführt. Ziel ist es, kommunale Entscheidungsträgerinnen und -träger bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Energiewende zu unterstützen – von der Bestandsaufnahme bis zur praxisnahen Handlungsempfehlung.

Im Fokus der Beratung in Neuhof an der Zenn steht die Optimierung der Energieverbräuche in kommunalen Liegenschaften. Gemeinsam mit der Energieagentur sollen die Verbrauchsdaten analysiert und Maßnahmen entwickelt werden, um Energie effizienter zu nutzen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Prüfung von Photovoltaik-Potenzialen: Auf welchen kommunalen Dächern ist eine PV-Anlage wirtschaftlich sinnvoll, insbesondere für den Eigenverbrauch? Welche Möglichkeiten gibt es auf verpachteten Liegenschaften? Diese und weitere Fragen werden in den kommenden Monaten vertieft und im Rahmen des Coachings bewertet.

Bürgermeisterin Claudia Wust betont die Bedeutung dieses Angebots:
„Ich bin dankbar, dass solche Programme den Kommunen zur Verfügung stehen. Das Energiecoaching Plus ist eine wertvolle Unterstützung, um unsere Gebäude energieeffizienter zu betreiben und gleichzeitig den Weg hin zu einer klimaneutralen Gemeinde weiterzugehen.“

Mit dem Energiecoaching Plus setzt Neuhof an der Zenn ein weiteres Zeichen für nachhaltige Kommunalentwicklung und eine verantwortungsvolle Energiezukunft.

Wir sind Heimatdorf

Im Rahmen einer feierlichen Verleihung in der Allerheiligen-Hofkirche in München wurde durch den Staatsminister Albert Füracker das Gütesiegel “Heimatdorf 2025” an die Gemeinde Neuhof an der Zenn verliehen. Insgesamt gab es in Bayern 1o herausragende Kommunen, welche diese Auszeichnung mehr als verdient haben, so Füracker.

In Mittelfranken sind dies Langenfeld und Neuhof an der Zenn.

Die Lautatio hielt Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt- Blum:

 

Laudatio zur Verleihung des Gütesiegels „Heimatdorf 2025“ – Marktgemeinde Neuhof an der Zenn

 

Sehr geehrter Herr Staatsminister,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, liebe Claudia Wust,
verehrte Vertreter der Markgemeinde Neuhof an der Zenn,

auch die zweite mittelfränkische Gütesiegelgemeinde 2025 kommt aus dem Landkreis Neustadt an der Aisch: der Markt Neuhof an der Zenn.

manchmal gibt es Orte, da spürt man sofort: Hier wird Heimat mit Herz gelebt – und mit Hand gestaltet.

Der Markt Neuhof an der Zenn mit rund 2300 Einwohnern ist ein solcher Ort. Im Herzen des Naturparks Frankenhöhe gelegen, beweist diese Gemeinde auf beeindruckende Weise, dass Tradition und Zukunft keine Gegensätze sein müssen. Vielmehr ergänzen sie sich – in Neuhof mit einer Konsequenz und Leidenschaft, die ihresgleichen sucht.

Leben findet innen statt“ – dieser Leitsatz ist hier nicht bloß eine Strategie. Er ist Haltung. Er ist gelebte Überzeugung.

Ein wunderbares Beispiel dafür ist das ehemalige Sparkassengebäude: Dort, wo einst nur Geldgeschäfte stattfanden, ist heute ein Ort der Daseinsvorsorge entstanden – mit einer barrierefreien Arztpraxis, zwei Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen und Migrationshintergrund und – ganz besonders bemerkenswert – einer Kinderkrippe, gebaut  anstelle der alten Sparkassenscheune.

Recycling? Ja. Aber nicht nur von Materialien – auch von Ideen.

So wurden beim Abbruch der Scheune 80 % der Baustoffe wiederverwendet – in den Außenanlagen, bei anderen Bauprojekten. Ziegel, Steine, Balken: Was andernorts im Container landet, bekommt in Neuhof ein zweites Leben. Und das im wahrsten Sinne des Wortes – denn die neue Kinderkrippe bringt die Kleinsten mitten ins Herz des Dorfes. Nachhaltiger kann man Zukunft kaum denken.

Und genau das ist es, was diese Gemeinde auszeichnet: der Mut, Bestehendes neu zu beleben.

Der historische Brunnen wurde bei den Baumaßnahmen freigelegt, mit einer Glasplatte geschützt und stimmungsvoll beleuchtet – ein Symbol dafür, wie hier das Alte sichtbar gemacht und in die Gegenwart geholt wird. Auch die Stadtmauer wurde nicht nur erhalten, sondern in das neue Gesamtbild integriert.

Neuhof ist eine Gemeinde mit Vision – und mit Tatkraft. Leerstände werden in Orte des Lebens verwandelt. Die Metzgerei am Marktplatz etwa: 15 Jahre stand das Erdgeschoss der Immobilie leer. Heute ist sie wieder ein Ort fränkischer Kulinarik – mit Laden, heißer Theke und fünf Wohnungen darüber. Das war nur möglich durch die enge Kooperation zwischen dem neuen Besitzer, der Kommune und Förderstellen.

Unternehmer wie das Geschwisterpaar Schmutzer/Sauber beleben alte Gebäude neu. Von New Work auf dem Land bis hin zur Hammerhofakademie.

Mit dem „Macherhof“ entstand aus einer stillgelegten Trocknungsanlage ein moderner Gewerbehof für Start-ups, Handwerk und neue Arbeitsformen. Hier wird „New Work auf dem Land“ Wirklichkeit. Hier profitieren Betriebe voneinander, hier entsteht ein lebendiges Netzwerk mitten in der Fläche.

Dies gelingt nur mit Vision, Mut und einer guten und engen Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde.

Über 35 Vereine, unzählige Engagierte und ein echtes Miteinander tragen dazu bei, dass das ganze Jahr über Gemeinschaft gelebt wird. Von der Kirchweih bis zum Schäferfest. Vom Ferienprogramm bis zum Seniorenmittagessen.

Und genau für dieses Miteinander wird auch die Heimatdorf-Prämie eingesetzt: Auf dem zentralen Platz vor der Schlossscheune entsteht ein multifunktionaler Begegnungsort – mit einer Remise in Holzmodulbauweise, mit barrierefreier Toilette, mit Sitzgelegenheiten und schattenspendenden Schirmen und Bäumen. Damit spontane Treffen genauso möglich sind wie große Feste.

Ein Platz für alle – von allen.

Denn eines ist in Neuhof an der Zenn klar:
Zukunft entsteht dort, wo Menschen sich begegnen.

Im nächsten Jahr feiert Neuhof sein 777-jähriges Bestehen. Ein Jubiläum, das zeigt: Wer auf so viel Geschichte zurückblicken kann – und gleichzeitig so beherzt nach vorn denkt – hat das Prädikat „Heimatdorf 2025“ mehr als verdient.

Liebe Frau Bürgermeisterin, liebe Claudia,
liebe Neuhöferinnen und Neuhöfer,

Sie haben gezeigt, wie aus einer Marktgemeinde ein echtes Heimatdorf wird:
mit Vision und Bodenhaftung,
mit Mut und Miteinander,
mit Herz und Hand.

Ich gratuliere Ihnen von Herzen zu dieser Auszeichnung – und freue mich, Ihnen jetzt das Gütesiegel „Heimatdorf 2025“ zu überreichen.

Herzlichen Glückwunsch!